Buchvorstellung – Geitners Dual-Kit

dual-kitHeute möchte ich euch das Dual-Kit von Michael Geitner und Corinna Lehmann vorstellen. Eigentlich ist es gar kein richtiges Buch, sondern ein Heftchen mit zusätzlich 30 Trainingskärtchen, aber daran sollte es ja nicht hapern.

Das „Dual-Kit“ ist 2012 im Müller Rüschlikon Verlag erschienen und umfasst 32 Seiten, wobei man wie gesagt noch die Karten dazu zählen muss.
Durch seine handliche Größe passt es auch perfekt in die Jackentasche, falls man es zum Beispiel im Stall lesen möchte. Des Weiteren schützt die mitgelieferte Hülle das Kit so gut es geht vor Staub und Schmutz. Und auch die Trainingskarten können nicht so leicht verloren gehen.

Das Heftchen:

Neben dem Vorwort umfasst es fünf Kapitel, welche sich mit der richtigen Anwendung der Kärtchen, der Dual-Aktivierung allgemein und der Verbindung zwischen der Lehre von Michael Geitner und der klassischen Dressur beschäftigen.

Im 1. Kapitel wird der Aufbau der dazugehörigen Karten beschrieben. Die ersten 15 umfassen einzelne Übungen, wobei außerdem auf der Rückseite Tipps zur richtigen Hilfengebung gegeben werden. Die andere Hälfte zeigt mögliche Parcouraufbauten, um klassische Bahnfiguren exakter ausführen zu können. Des Weiteren wird der Schwierigkeitsgrad systematisch erhöht.

Die beiden darauffolgenden Kapitel beschäftigen sich mit Hintergrundinformationen, wichtigen Hinweisen und Tipps zur Dualaktivierung.
Natürlich gibt es auch Stellen, wo zum Beispiel für das gesamte Zubehör Werbung betrieben wird.
Trotzdem enthält es viele interessante und wissenswerte Informationen und Aussagen, hinter welchen ich voll und ganz stehe. So sollte man sich u.a. dieses Zitat regelmäßig vor Augen führen:

„Doch der Erfolg eines dressurmäßig wertvollen Galopps liegt in der Basisarbeit im Schritt und Trab.“ (Geitner, Lehmann 2012, S. 10)

Viel zu schnell möchte man zu viel erreichen und sofort können. Doch erst einmal müssen die Grundlagen, welche vor allem im Schritt erarbeitet werden sollten, gelernt und gefestigt werden. Ein unausbalanciertes Pferd wird wahrscheinlich in den Galopp „rein rennen“, statt den Schub aus der Hinterhand zu holen und versammelt anzugaloppieren.

Des Weiteren ist die Erstellung eines Trainingsplans mit Festlegung der Ziele immer empfehlenswert.

„Natürlich ist es bequemer, einfach aufzusitzen und irgendwie loszureiten – aber oft genug stellen sich die gewünschten Erfolge dann auch nicht ein. […] Gute Planung ist der halbe Erfolg!“ (Geitner, Lehmann 2012, S. 15)

Durch ein kurzes Resümee nach der Trainingseinheit überprüft man, ob alle Ziele erreicht wurden und erarbeitet, wie die nächste Stunde darauf aufbauen kann. Diese Reflexion sollte im Idealfall in einer Art Tagebuch o.ä. festgehalten werden. Dadurch behält man immer den Überblick über die Fortschritte und z.B. auch den Gesundheitszustand des Pferdes.
Kurz vor Weihnachten hatte ich unser selbst erstelltes Trainingstagebuch kurz vorgestellt – zum nachlesen geht es hier entlang.

Außerdem wird das „10 – 10- 5 Zeitsystem“ behandelt. Dieses Intervalltraining soll  vor allem die Kondition verbessern. Nach einer 10 minütigen Schrittphase folgt eine kurze Pause, bevor die Arbeit im Trab (wieder 10 Minuten) beginnt. Eine weitere Phase der Entspannung, ohne jegliche Forderungen durch den Reiter, dient noch einmal zum „Kraft tanken“, bevor die finalen 5 Minuten geritten werden. Das Zeitsystem sollte jedoch nie auf Biegen und Brechen angewendet, sondern je nach Erschöpfungszustand des Pferdes verkürzt oder gar abgebrochen werden.

Das letzte Kapitel wurde von Corinna Lehmann verfasst und bildet die Verbindung zwischen der Dual-Aktivierung und der klassischen Dressur. Sie geht kurz auf mehrere Grundsätze der Dressurausbildung ein und dass diese auf die Lehre von Michael Geitner aufbauen (sollten), um das Pferd optimal auszubilden. Auch die Hufschlagfiguren werden auf mehreren Seiten behandelt, sodass man sie nicht mehr nur als „notwendiges Übel“ in Dressuraufgaben betrachtet, sondern den Zweck dahinter erkennen kann. Natürlich werden hier nur ein grober Überblick bzw. Gedankenansätze vermittelt, da diese Thematik sonst den Umfang des Büchleins gesprengt hätte. Trotzdem ist es meiner Meinung nach ein gelungener Abschluss der gesamten Thematik.

Die Karten:

Wie schon erwähnt, umfasst das Dual-Kit 30 Trainings- und Parcourkärtchen. Diese bauen aufeinander auf und der Schwierigkeitsgrad wird systematisch erhöht. Auf den Rückseiten befinden sich entweder Tipps zum optimalen Sitz und der Hilfengebung oder die Verbesserung von Hufschlagfiguren durch den Einsatz von Stangen und Pylonen.
Sie sind wie das Heft in einem handlichen Format, sodass man sie in die Jackentasche stecken und mitnehmen kann. Des Weiteren wurden die Karten laminiert und werden somit vor Verschmutzungen geschützt. Leider sind sie trotzdem noch sehr dünn und können leicht verknittern bzw. knicken.
Einen weiteren Minuspunkt gibt es dafür, dass keine Abstände zwischen den Stangen oder Pylonen eingezeichnet oder beschrieben werden. Lediglich bei der zweiten Hälfte wurde die Reitbahn bemaßt und in verschiedene Abschnitte eingeteilt.

Das Fazit:

Ich finde das Dual-Kit wirklich praktisch, um neue Trainingsideen zu bekommen und verschiedene Parcours zur Gymnastizierung des Pferdes aufzubauen, jedoch die Bemaßung fehlt mir.
Preislich liegt es bei 14,95€. Ob das nun für den Inhalt zu teuer ist, darf jeder für sich selbst entscheiden. Meiner Meinung nach wären ein paar mehr Karten und Verbesserungen (Bemaßung der Abstände!) für den Preis angebracht. Aber es gibt ja noch mehr Bücher und DVDs von Michael Geitner die man sich als Ergänzung kaufen kann. 😉

Insgesamt gibt es von uns 4 von 5 kleine Maxel´s:

maxelmaxelmaxelmaxel

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